karfreitag und ostern 2012

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Ringschule „wirtschaftet“ – 2

Die Vorbereitungen für Ringschule „wirtschaftet“ laufen auf Hochtouren – und es macht riesig Spaß, mit vorbereiten zu dürfen und auch dabei zu sein (wenn es jetzt auch teilweise mit allem anderen, was noch so ist, auch schon ganz schön stressig wird…). Ich merke, wie mich das Fieber packt, sozial-diakonisch im weitesten Sinne aktiv zu sein und alle Felder des gesellschaftlichen Lebens im wahrsten Sinne des Wortes an einen Tisch zu bringen.

Seit kurzem weiß ich, dass die Adresse unserer Gemeinde bei der Polizei aufgrund der Situation mit den Jugendlichen, die unser Gelände meistens am Wochenende bevölkern, als „sozialer Brennpunkt“ registriert ist. Ich habe die Gemeinde letzten Sonntag gefragt, wie es ihr damit geht. *hihi* – Per Definition bezeichnet der Begriff Sozialer Brennpunkt ein Wohngebiet, in dem „Faktoren, die die Lebensbedingungen ihrer Bewohner und insbesondere die Entwicklungschancen beziehungsweise Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen negativ bestimmen, gehäuft auftreten“. – Die Ringschule wird als eine Schule „im“ sozialen Brennpunkt begriffen oder als Ort, an dem Kinder „aus dem sozialen Brennpunkt“ zur Schule gehen. Soviel zum Thema Schubladendenken… – In der Optik hat der Begriff Brennpunkt dagegen eine ganz andere aber interessante Bedeutung: Hier versteht man unter dem Brennpunkt (oder: Fokus) die durch etwa eine Linse erzeugte Bündelung von Lichtstrahlen zu einem einzigen verdichteten Lichtstrahl – dieser kann eine sehr hohe Energiedichte aufweisen, die in der Lage ist, brennbares Material zu entzünden. Was für ein Bild für menschlich-gemeinschaftliches Handeln: Ein sozialer Brennpunkt, in dem sich das Licht bündelt, sodass alles, was von diesem Licht getroffen wird, sich entzünden läßt, anstecken läßt. Ich wünsche mir tatsächlich, dass wir es bei „Ringschule wirtschaftet“ schaffen, den Kindern und Jugendlichen genauso wie allen Gästen zu vermitteln, dass es für jede Lebenssituation eine Perspektive gibt, wenn man näher zusammenrückt in der Gesellschaft und aufeinander achtet.

Als Pastor hat alles Gesagt für mich auch noch eine andere, tiefere Bedeutung: „Kirche verstanden als sozialer Brennpunkt“ – was für ein Bild! Das Licht, das in die Welt strahlt, kann Menschen auch mit der Liebe Gottes entfachen, entzünden, wenn Menschen durch sich der Energiedichte dieses Lichtes aussetzen, sich also „in den sozialen Brennpunkt Kirche“ begeben, wenn sie der verdichteten Energie der Liebe Jesu im Miteinander menschlich-gemeinschaftlichen Handelns begegnen. Durch wen aber können Menschen der Liebe Jesu begegnen? Unter dem Begriff „Kirche“ findet sich hier die Antwort.

Ringschule „wirtschaftet“

Alles begann mit einem Kochkurs im Restaurant Der Kaiserhof (Guldental), bei dem ich beim Verabschieden mit Markus und Kerstin ins Gespräch kam über das, was ich als Pastor eigentlich alles so mache. Und dabei kam das Gespräch auch darauf, man könnte und müßte sich doch auch sozial in der eigenen Stadt engagieren und dabei die eigenen Netzwerke miteinander vernetzen und dazu nutzen, Probleme der Stadt mit lösen zu helfen, die die Stadt und Politik alleine eben nicht lösen kann. 🙂

Es folgte ein Anruf vor Weihnachten mit Einladung zu einem Treffen im Januar 2009 im ehrwürdigen Weinkeller des Kaiserhofes. Dort trafen sich dann rund zehn Leute, um in angenehmer Atmosphäre miteinander darüber zu beraten, wie man sich in der Stadt sozial engagieren könnte. Binnen zwei Stunden (!) – denkt man an so manche Sitzung, die der pastorale Alltag einem bietet, ist das der absolute Oberhammer! – also binnen zwei Stunden stand den sogenannten „Kellerkindern“ von der Idee ausgehend das Konzept von Ringschule „wirtschaftet“ vor Augen:

Man will sich sozial in einer Schule mit sozialem Brennpunkt engagieren. Ziel soll einerseits die Vernetzung unterschiedlicher gesellschaftlicher Felder (Wirtschaft, Bildung, Politik, Kirche etc.) sein, um dadurch mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu kommen, mit ihnen gemeinsam etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen und sie dabei zu den Hauptfiguren und -akteuren zu machen, um ihre Arbeit zu wertschätzen, ihr Tun und Handeln aufzuwerten und zu würdigen. Ziel soll andererseits sein, mit dem durch die Schüler letztlich selbst erwirtschafteten Geld unter Anleitung weiter zu arbeiten. Ziel soll außerdem sein, den Schülern langfristig und nachhaltig eine Perspektive aufzuzeigen, durch diese Vernetzung etwa an Praktika-Plätze oder sogar Ausbildungsplätze kommen zu können und ihnen somit eine Zukunft in Aussicht zu stellen. – Immer stehen dabei die Schülerinnen und Schüler im Vordergrund – und nicht die „Kellerkinder“ und deren Unterstützer aus Wirtschaft, Politik, Bildung und/oder Kirche.

In regelmäßigen Abständen soll hierüber weiter informiert werden. tbc 🙂

Verwandlung

Wolken haben die Angewohnheit,
wie ein riesiges BootWolken
über den Himmel zu ziehen,
wie ein Zeppelin am Horizont
dahinzuschweben, sich von
einer Minute zur anderen
in wunderbare Gebilde zu
verwandeln.
Ihr Einfallsreichtum ist
unerschlöpflich.

Wolken sind wie das Leben,
immer im Wandel begriffen.
Wolken sind wie die Zeit,
entgleiten, entschwinden,
zeigen: Jeden Augenblick
kann sich etwas ändern,
nichts ist unmöglich.

Carola Merkel

Passion Christi

Ich kenne einen

der ließ sich von uns die Suppe versalzen
der ließ sich von uns die Chancen vermasseln
der ließ sich von uns das Handwerk legen
der ließ sich für dumm verkaufen
der ließ sich einen Strick drehen
der ließ sich an der Nase herumführen
der ließ sich übers Ohr hauen
der ließ sich von uns kleinkriegen
der ließ sich von uns in die Pfanne hauen
der ließ sich von uns aufs Kreuz legen
der ließ sich von uns Nägel mit Köpfen machen
der ließ sich zeigen was ein Hammer ist
der ließ sich von uns festnageln auf sein Wort
der ließ sich seine Sache was kosten
der ließ sich sehen am dritten Tag

der konnte sich sehen lassen

Lothar Zenetti

Die Liste

Es gibt ja viele Dinge, die wir mit dem Wortpaar „Die Liste“ verbinden. Auf vielen unterschiedlichen Listen lassen wir uns freiwillig führen oder werden geführt, auf anderen würden wir gerne mal oder endlich geführt werden, auf anderen wiederum am allerliebsten garnicht, ganz andere führen wir selbst und wieder andere sollten wir vielleicht bald mal anfangen zu führen oder einfach sein lassen.

Ich bin froh, sagen zu können, dass ich ab heute zwar (noch) nicht auf einer neuen Liste geführt werde, dass ich aber heute die Zusicherung zur uneingeschränkten Empfehlung für mein Geführt-werden auf einer Liste erhalten habe. Und das ist wohltuend, beruhigend, einen Lebensabschnitt abschließend und gleichzeitig einen neuen beginnend, und: wie ich finde, auch einen Blogeintrag wert, oder nicht?!

Freut Euch mit mir, wenn Ihr versteht, was ich meine… 😉

Ausgedruckt!

Für alle, die wissen, was ich meine: Ich möchte mit Euch meine Freude teilen darüber, dass ich gestern das opus ausgedruckt und für den Copyshop vorbereitet habe. Morgen bringe ich es hin und werde danach mit ca. 6000 Kopien zur Buchbinderei fahren und das Ding binden lassen, während ich mich auf dem theologischen Konvent der Pastorenschaft des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) in Deutschland K.d.ö.R. sowie auf der sogenannten Vikariatsabschlusstagung, die eigentlich „Abschlusstagung der Pastorinnen und Pastoren im Anfangsdienst“ heißen müßte (weil wir ja bekanntlich KEIN Vikariat machen 🙂 ), befinde. Und dann ist es auch schon soweit: Am 16. März fahre ich nach Tübingen und reiche ein. Preist den Herrn!!!

Meine Güte, kostet das übrigens eine Schweinekohle…

Und jetzt schnell weiter – diese Woche stehen in der Predigtreihe an: Brotrede und Licht-Wort.

Changed

Seit ich Pastor bin – eigentlich auch schon früher – mache ich mir Gedanken über das Thema Veränderung. Ich finde, es gehört einfach zum Leben eines Christen dazu – existenziell sogar. Christsein und Christ bleiben geht nie ohne die Bereitschaft zur permanenten persönlichen Veränderung (oder wie mein Freund Lars sagen würde: Weiterentwicklung 😉 ). Heute war ich auf der Ordination von Christoph. Der ist jetzt ein echter Pastor – wie ich 😉 – und hat uns vor dem Ordinationsgelübde erzählt, wie Jesus sein Leben verändert hat. Jesus verändert Leben – wer das nicht möchte, sollte kein Christ werden!

Nun mache ich aber leider die Erfahrung, dass viele Christen scheinbar unter einer massiven Veränderungsresistenz leiden, die nur schwer oder teilweise garnicht heilbar ist. Was tun?? Gerade als Pastor ist das eine höchst spannende Frage und fordert mich immer wieder heraus, darüber nachzudenken.

Die Predigtreihe zu den Ich-bin-Worten ist für mich ein Versuch im Rahmen dieses Nachdenkens, Menschen so mit der Botschaft Jesu Christi zu erreichen, dass – schön postmodern gedacht – ihr Sinne affiziert (sorry, typisch schleiermacherianischer Begriff…) werden.

Auch sehr beeindruckend und hammerdeutlich was das Thema „Veränderung“ angeht, ist das folgende Video, das leider in der Auflösung etwas unscharf rüberkommt. Wer es schärfer sehen will, sollte sich übrigens bei Facebook einloggen und dort auf die Seite der Willow Creek Community Church gehen (nicht zu verwechseln mit deren Homepage!). – Und nun darf auch die ein oder andere Träne vergossen werden:

Gemeindeleitungsstrukturreformpapier-powerpointpräsentation

Vermutlich das Unwort der Woche oder des Jahres oder so…

Auf alle Fälle sind wir gerade dabei, die Reform unserer Gemeindeleitungsstruktur zu Papier zu bringen und damit überhaupt einmal auf den Weg zu bringen. Und weil das alles demnächst auch den Leuten, die davon dann betroffen sind, es zu diskutieren und mit Leben zu füllen, präsentiert werden soll, wird es gleichzeitig in eine Powerpointpräsentation eingearbeitet. Und die heißt dann eben „Gemeindeleitungsstrukturreformpapierpowerpointpräsentation“. 🙂

Dahinter verbirgt sich einer der wohl spannendsten Prozesse des Gemeinde-Jahres 2009.

Nichts ist unmöglich…

Je mehr

Je mehr alles geordnet, geregelt, festgelegt, voraussagbar ist, desto einfacher, klarer, sicherer scheint das Leben zu sein.

Doch, ist es nicht gerade das Unerwartete, Überraschende, Ungewohnte, Störnde, das uns fordert und Leben fördert?

Max Feigenwinter