eine rumba mit elvis

Foto 1Als Pastor hat man viele Vorrechte. Eines davon: Man hat die Ehre, Geburtstagsbesuche bei Senioren machen zu dürfen. Bei lecker Kaffee und teils auch Kuchen ist es dann in der Tat eines der größten Geschenke, Einblick in ein langes Leben zu erhalten. Und manchmal macht man dabei ganz erstaunliche Entdeckungen. Kaum zu ahnen, wie so manch einer sein Leben geführt hat. Und einiges ahnt man am Ende bei ganz bestimmten Leuten überhaupt nicht.

Im aktuellen Fall outete sich der besuchte Jubilar als begeisterter Standard-Tänzer (eine Leidenschaft, die ich teile – und bei HP und Steffi in Bad Kreuznach kann man auch wirklich super Tanzen lernen! 🙂 ). Auf meine Anfrage hin zeigte er mir seine höchst beeindruckende Plattensammlung an 45-er Platten!! Staunend bat ich ihn darum, eine aufzulegen und hören zu dürfen.Foto 2

Es wurde eine Rumba (einer meiner Lieblingstänze). Melodie: „O sole mio“. Es sang für uns: Elvis Presley – It’s now or never (das verlinkte Video eher in der Chacha-Version).

Genuss und Kultur pur! High end! Ganz großes Kino – oder besser: ganz großer Ohrenschmaus! #dnkgtt

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erforsche, träume, entdecke

Heute in zwanzig Jahren wirst du mehr über

Versäumtes enttäuscht sein als über Getanes.

Also mach die Leinen los,

segle aus dem sicheren Hafen

und vertrau dich den Passatwinden an.

Erforsche, träume, entdecke.

Mark Twain

Bewegung meines Herzens

Johannes Hartl hat in diesem Sommer mit „In meinem Herzen Feuer“ ein (Feuer-)Werk seines Lebens und Denkens vorgelegt, das seinesgleichen sucht. Dankbar und gewinnbringend habe ich dieses autobiographisch angelegte Buch über seine aufregende Reise ins Gebet regelrecht verschlungen.

Ein erster Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät noch lange nicht, was sich hinter jedem einzelnen Kapitel verbirgt: Tief gehende biographische Erfahrungen zu jedem einzelnen Thema. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich dem Leser die innere Logik und Systematik des Aufbaus. Der Autor und Gründer des Gebetshauses gewährt einen Einblick in die Seele eines Beters, der sich auf die Suche machte nach Gott, nach seiner Bestimmung und Berufung und sie schließlich – über viele Stationen über den ganzen Globus hinweg – auch fand: ein Leben des Gebets zu führen. Johannes Hartl nimmt uns mit auf eine beeindruckende, bewegende und abenteuerliche Reise. Dieses Versprechen wird absolut gehalten.

„Beten ist mehr Sein als Tun … mehr Wahrnehmen als Denken“ (S. 58) – Gebet wird zu einer „Bewegung des Herzens“. Die Essenz des Buches findet sich in diesen und vielen anderen kleinen Zitaten, die weit über den Text verstreut da liegen – gewissermaßen wie ein Erntefeld, bei dem man sich an köstlichen Früchten bedienen darf. Wo sonst erfährt man schonmal etwas über den Zusammenhang von Gebet und Schönheit, Aromen oder Kunst, Spielen, Staunen u.v.m.

Quelle aller Motivation ist die Begegnung mit und Erfahrung des Lebens Jesu Christi. „Und wer von Jesus fasziniert ist, der will mehr von ihm. Der stellt nicht mehr die Frage, was er tun muss, um gut zu leben, und was er alles nicht darf. Sondern er fragt, was seine Liebe zu Jesus fördert und was sie behindert.“ (133) Und so lernt der Leser gemeinsam mit Johannes Hartl das Staunen über Gott, denn Staunen sei der Anfang des Christentums (vgl. 136). Er begegnet Gott als unverrückbarem Mittelpunkt des Kosmos und will mit den Lobpreisleitern des Gebetshauses im Sinne von Offenbarung 4 „sehen, was die Engel sehen“ (185). Plötzlich bekommt die Zeit, die ich mir fürs Gebet nehme, eine völlig neue Qualität – es wird Zeit der Liebe, die wir im Überfluss haben. Gleichzeitig öffnet sich der Horizont des Liebenden: für ihn gibt es keinerlei Verschwendung, gerade weil er liebt. Denn: „Wer wirklich betet, dem wird das wichtig, was dem wichtig ist, den er liebt.“ (194) Die Verschwendung war bereits vorher Thema mit der ergreifenden Darstellung der Salbung in Bethanien und der nachahmenswerten Lebens- und Gebetshaltung Marias, der Schwester Marthas und Lazarus‘ (vgl. 177-181).

Seinen Höhepunkt erreicht das Buch für mich in den letzten Kapiteln, die von der Schönheit und dem Gebet als Kunst handeln. In schillernden Farben entfaltet Johannes Hartl hier seine Theologie der Schönheit und/oder Ästhetik, die sich aus allen möglichen Kunstbereichen (Musik, Bildhafte Kunst, Kochkunst usw.) speist. So wird das Gebet für mich zu etwas, das genossen werden darf und soll, denn „der Mensch ist für das Schöne erschaffen“ (211). So wird Gebet zur Kunst und als Kunst praktiziert. Diese Linie zieht sich weiter wie ein roter Faden und hinein in das Kapitel über das verliebte Gebet mit seinem Bild vom heiligen Kuss. Sehr bewegend und immer wieder lesenswert die Seiten über Jesu Umgang mit der Sünderin (216ff.; vgl. Joh 8). Ich merke, wie mich das nicht kalt lässt, dass auch ich wie die Sünderin zuerst von Gott geliebt wurde – Grundlage für das Spüren des Kusses Gottes an mir. Und so kommt es nicht von Ungefähr, dass sich auf der letzten Seite noch ein letztes Mal die Türe öffnet, besser gesagt der Hafen, der mein eigenes Gebetsschiff hinaus auf den Ozean treibt, um im Leben mit Gott einfach nur zu sein und ihn wahrzunehmen. Ich fühle mich erinnert an den lehrreichen Spruch: „Ein Schiff ist am sichersten im Hafen, doch dafür wurde es nicht gebaut.“ Das ermutigt mich, mich immer wieder von Gott an die Hand nehmen zu lassen und mit ihm in See zu stechen.

Man kann „In meinem Herzen Feuer“ auf dreierlei Art lesen: 1. In einem Durchgang von vorne bis hinten. Wer das tut, wird mit genommen auf die abenteuerliche Reise des Autors, die ihn nicht nur ins Gebet geführt hat. In vielen einzelnen kleinen und stets knappen Beiträgen aus unterschiedlichen Erlebnissen verschiedener Zeitpunkte seines Lebens entführt Johannes uns nach Kreta, auf den Athos, Jerusalem, nach Fernost, in die USA usw. Keineswegs nur nebenbei wird dabei die Geschichte des Gebetshauses Augsburg erzählt. Sie zieht sich im Grunde wie ein roter Faden durch das Werk. – 2. Lektüremöglichkeit: Wie ein Andachts- oder Gebetbuch – jedes Kapitel für sich als Einheit würdigend und sich dafür Zeit nehmend. Die knapp gehaltenen Abschnitte beleuchten je einen Aspekt aus der Welt des Gebets. Das erleichtert die Lektüre, lässt aber keineswegs den hohen Anspruch des Autors vermissen, in die Tiefendimensionen seines Erlebens Einblick zu gewähren und sich mitreißen und inspirieren zu lassen. Zum Beispiel: „Die Explosion – Gebet und Kraft“ – hier geht es um das Beziehungsgeflecht von Fasten und Gebet. Am Ende jedes Kapitels gelangt der Leser an eine „Feuerstelle“. Dort kann das Gelesene reflektiert, eingeübt werden oder sonst ein hilfreicher Impuls wird auf die je eigene Reise mitgegeben. – 3. Möglichkeit: Immer wieder ein Kapitel quer Beet lesen. Auch das hilft, sich noch einmal einen bestimmten Aspekt zu vergegenwärtigen. (Diesen Schritt empfehle ich erst nach erfolgter Lektüre und Vorgehensweise der ersten beiden Möglichkeiten.)

Mein Gebetsleben hat sich seit der Lektüre nachhaltig verändert. Danke Dir, lieber Johannes, für dieses inspirierende, ermutigende, herausfordernde, hilf- und segensreiche Buch. Ich wünsche dem Buch nach seiner zweiten noch weitere Auflagen und viele Leserinnen und Leser – und all ihnen das, was ein Leben des Gebets verheißt: Ein Leben in Fülle (Joh 10,10).

das heilende geschieht in der nacht

Das Heilende
geschieht in der Nacht.
Die Anfänge einer Wandlung,
die in uns geschehen soll,
geschehen in der Stille.
Die Anfänge, in denen das Ewige
Gestalt finden will in der Zeit,
geschehen in der Verborgenheit.

Alle Jahre wieder
hören wir die alte Geschichte,
die davon erzählt.
Von einem Anfang erzählt sie,
von einer Geburt.
Von einer Mutter und einem Kind.
Von Tieren und Hirten und Engeln,
Sie erzählt:
Da setzte einer einen Anfang,
wo unsere Wege enden.

Da wirkte einer eine Wandlung,
wo wir an das Gewordene
gebunden bleiben.
Ein Mensch, der liebte.
Auf eigene Gefahr.
Wir feiern seine Geburt
und wünschen uns,
dass wir ihm ähnlicher werden
und so seine Geburt, sein Anfang,
auch in uns geschieht.

Jörg Zink

Freundschaft

Freundschaft kann sich bloß praktisch
erzeugen, praktisch Dauer gewinnen.
Neigung, ja sogar Liebe hilft alles nichts
zur Freundschaft.
Die wahre, die tätige,
die produktive besteht darin,
dass wir gleichen Schritt im Leben halten,
dass er meine Zwecke billigt,
ich die seinigen und dass wir
so unverrückt zusammen fortgehen,
wie auch sonst die Differenzen unserer
Denk- und Lebensweise sein mögen.

Johann Wolfgang von Goethe

P.S.: Das erlebe ich auch – aber zum Glück nicht nur – und immer mehr in unserer Gemeindeleitung. – Toll, solche Leute an der Seite zu haben! 🙂

Besagter Lenz ist da

Es ist schon so. Der Frühling kommt in Gang.
Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen.
Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen.
Und alles andre ist nicht von Belang.

Nun brauchen alle Hunde eine Braut.
Und Pony Hütchen sagte mir, sie fände:
Die Sonne habe kleine warme Hände
und krabble ihr mit diesen auf der Haut.

Die Hausmannsleute stehen soltz vorm Haus.
Man sietzt schon wieder auf Caféterrassen
und friert nicht mehr und kann sich sehen lassen.
Wer kleine Kinder hat, der führt sie aus.

Sehr viele Frauen haben schwache Knie.
Und in den Adern rinnt’s wie süße Sahne.
Am Himmel tanzen blanke Aeroplane.
Man ist vergnügt dabei. Und weiß nicht wie.

Man sollte wieder mal spazieren gehen.
Da Blau und Rot und Grün war ganz verblichen.
Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen!
Die Menschen lächeln, bis sie sich verstehn.

Erich Kästner