Gottesgeburt

Gott wird dann in uns geboren,
wenn alle Kräfte unserer Seele,
die vorher durch Gedanken,
Bilder und was es auch sei
gebunden und gefangen waren,
ledig und frei werden
und in uns alle Absicht zum
Schweigen kommt.
Meister Eckhart

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Neugeburt

Sag nicht die Kerzen seien’s die die Stuben wärmen
sag nicht die lila Kugeln und das Engelshaar
die Wärme dieser Nacht die kommt von innen
und wo sie fehlt friert man das ganze Jahr

Ein altes Lied aus frühen Tagen weht etwas her
was die Nacht erhellt und jenen Traum aus Kindertagen
den suchst du auf der Reise um die Welt

an jener Krippe bist du ihm begegnet
dem Kind in dir
dem reinen Sein dem hellen Klang
sind’s auch der Kreuze viel gewesen
die standen deinen Weg entlang
das Licht gebiert sich jährlich neu
aus tiefster Nacht
und wenn’s dein Herz erwärmt
ist’s Kind in dir erwacht

Vera Lebert-Hinze

Rheinland-Pfalz-Tag in Bad Kreuznach

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Diese Woche und besonders das Wochenende steht in Bad Kreuznach ganz im Zeichen des Rheinland-Pfalz-Tages mit Tausenden von Gästen und einem spannenden Programm. Was die Kirchen zu bieten haben, findet man hier.

Marielle

Kaum zu glauben – Marielle wird heute 1 Jahr alt!!! Wie die Zeit vergeht. Hinter uns liegen 366 (!) Tage voller Glück, schlafloser Nächte (v.a. am Anfang – nach den Dreimonatscholiken wurde es wesentlich besser), Tage des Kennenlernens und Aneinandergewöhnens, spaßige Tage (Marielle liegt der Schalk im Nacken), weniger vergnügliche Tage (z.B. mit hohem Fieber).

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1 Tag alt

Ich erinnere mich noch gerne an den Tag der Geburt zurück, der einfach schön (nicht nur was das Wetter angeht) gewesen ist, sehr früh morgens losging und erst sehr spät in der Nacht aufhörte – aber das war egal. Denn wir durften doch das Wunder der Geburt schon ein zweites Mal miterleben (auch wenn dies zugestanden für Martina erstmal nicht viel mit wundervoll etc. zu tun hatte, versteht sich).

Am faszinierendsten ist es für mich heute, wie schnell man bei einem kleinen Menschlein feststellen und beobachten kann, wie sich ein enormer Lebenswille entwickelt, wie von Anfang an erlebbar ist, dass das Neugeborene einen eigenen Charakter hat – eine eigenständige Persönlichkeit ist, die unser Leben total bereichert. Man bekommt Feedback und merkt, wie der kleine Mensch scheinbar immer mehr zu begreifen, eine unglaubliche Begeisterung für alles Neue zu entwickeln scheint, neugierig und wißbegierig alles entdeckt, was es zu entdecken gibt. Unglaublich, was die Kleinen im ersten Lebensjahr alles lernen müssen – und wie rasant die Entwicklung in diesen ersten Monaten verläuft. Heute können wir gemeinsam viele Späße machen, Lachen, uns aneinander und miteinander freuen, gemeinsam essen, spielen, kuscheln und einfach sein. Das kommt teilweise auch noch viel zu selten vor. Aber wenn es vorkommt, ist es ein ausgesprochener Glücksmoment, den ich nicht missen möchte.

Happy birthday – Marielle Louise! 🙂

1. Geburtstag

1. Geburtstag

Feste Feiern

Eine der Kernkompetenzen unserer Gemeinde ist aus meiner Sicht (aber mit Sicherheit 😉 ) die Gabe der Gastfreundschaft und damit verbunden die Gabe, Feste zu Feiern bzw. feste zu Feiern. Zwar hören das manche schon garnicht mehr so gerne, wenn ich es immer wieder betone, aber es ist so. Und es war ein Grund für uns, als Pastorenfamilie genau hierher nach Bad Kreuznach zu kommen.

Nun lese ich gerade wieder mit sehr viel Gewinn für mich selbst das hochinteressante, bereichernde, weiterbringende, lesenswerte und deshalb empfehlenswerte Buch von Anselm Grün mit dem Titel „Im Zeitmaß der Mönche, Vom Umgang mit einem wertvollen Gut„. Er schreibt darin unter anderem im Abschnitt „Vom Rhythmus des Jahres und vom Zyklus der Feste“ (s. 71ff.) folgendes:

„Das Jahr ist von Festen durchbrochen, die der Zeit ein immer anderes Gepräge verleihen. … Die Feste erinnern die Menschen an die Urzeit, an die ursprünglich heilige Zeit und schenken ihnen Anteil daran. Die Feste sind wie eine Erneuerung der Zeit aus dem Ursprung heraus. Indem am Fest die heilige Zeit in unsere vergängliche Zeit einbricht, bekommt die verbrauchte Zeit wieder ihre Frische. Am Fest wird mitten in der Zeit das Ewige erfahrbar. Das Fest transzendiert den Alltag und gibt der Zeit, die ausgenutzt wird eine andere Qualität. … Feste sind ‚Räume, in denen der mensch aufatmet und alle Funktionalitäten unterbricht‘ (Garhammer). Feste sind heilige Zeiten.“ …

„Demokrit hat das Fest als Rasthaus auf dem Weg unseres Lebens verstanden: ‚Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Rasthäuser.‘ Feste unterbrechen die Eintönigkeit des Alltags. Unser Leben ist ein ständiges Unterwegssein. Doch wir können nicht immerzu wandern. Wir brauchen auf unserem Weg Rasthäuser, sonst ermüden wir. … Wir können unseren Weg nur dann freudig und beschwingt gehen, wenn wir wissen, dass uns auf dem Weg immer wieder eine Rast erwartet. Rast hat mit Ruhe zu tun. … Wir brauchen immer wieder ein Rasthaus, in das wir einkehren können, damit der Weg nicht zu beschwerlich wird und uns zur Umkehr zwingt. Kehren heißt: wenden, umwenden, verwandeln. Wer einkehrt, der geht verwandelt weiter. Feste sind eine Einkehr auf unserem Weg, damit wir verwandelt weitergehen können, anstatt zum Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen.“

Friedrich Schleiermacher hat einmal gesagt: Der Gottesdienst ist Fest. Dann ist die Kirche ein solches Rasthaus. Wie spannend, diesem Gedanken nachzugehen. Was wäre das für ein Fest, ihn auch im Gemeindeleben fruchtbar zu machen.