eine rumba mit elvis

Foto 1Als Pastor hat man viele Vorrechte. Eines davon: Man hat die Ehre, Geburtstagsbesuche bei Senioren machen zu dürfen. Bei lecker Kaffee und teils auch Kuchen ist es dann in der Tat eines der größten Geschenke, Einblick in ein langes Leben zu erhalten. Und manchmal macht man dabei ganz erstaunliche Entdeckungen. Kaum zu ahnen, wie so manch einer sein Leben geführt hat. Und einiges ahnt man am Ende bei ganz bestimmten Leuten überhaupt nicht.

Im aktuellen Fall outete sich der besuchte Jubilar als begeisterter Standard-Tänzer (eine Leidenschaft, die ich teile – und bei HP und Steffi in Bad Kreuznach kann man auch wirklich super Tanzen lernen! 🙂 ). Auf meine Anfrage hin zeigte er mir seine höchst beeindruckende Plattensammlung an 45-er Platten!! Staunend bat ich ihn darum, eine aufzulegen und hören zu dürfen.Foto 2

Es wurde eine Rumba (einer meiner Lieblingstänze). Melodie: „O sole mio“. Es sang für uns: Elvis Presley – It’s now or never (das verlinkte Video eher in der Chacha-Version).

Genuss und Kultur pur! High end! Ganz großes Kino – oder besser: ganz großer Ohrenschmaus! #dnkgtt

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Einer der grandiosesten Songs von Stefan Raab ever… Und nun geht er in Rente – oder so… wer weiß, vielleicht alles nur PR, und er kommt doch wieder zurück? Wir werden es erleben. 🙂

wir mussten einfach … zu Jan Delay

„Manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss.“

Seit Ende der Sommerferien ist mein Kalender zum Bersten voll (insbesondere an Abendterminen mangelt es gerade nicht). Jedoch: Der letzte Dienstag war frei. Spätestens seit dem SWR3-Special im Rahmen des New-Pop-Festivals war für mich klar: Ich will und muss Jan Delay irgendwann mal live sehen!!

Am Dienstag gastierte er in meiner persönlichen Lieblings-Haupt-und-(fast-schon)-Heimatstadt Stuttgart. Und: ich hatte nach fünf (!) Wochen endlich einen Abend zur freien Verfügung! Ein Abwägen hin und her – vernünftig oder nicht – Zeit zum Ausruhen oder doch den Stress mit der Fahrerei – spät ins Bett usw. – schloss sich an – aber egal: ich tat, was ein Mann tun muss und fuhr mit einem Freund hin.

Reggae-Sound bei Jan DelayNach einer wirklich beeindruckenden Urban-Brass-Nummer von „Moop Mama“ im Vorprogramm, ging es dann auch richtig zur Sache: Jan Delay  und seine Band „Disko No. 1“ – Musik vom Feinsten, schön rockig, mit erdigen Gitarrensounds, klaren Bässen, einem genialen Drummer, sehr feinem Bläserensemble – stimmgewaltigen Backgroundvokalistinnen. Jan Delay brillierte vom ersten bis zum letzten Song.

Unvergessliche Höhepunkte: War die Stimmung beim Einsatz mit „Liebe“ noch verhalten, steigerte sich die Stimmung von Song zu Song. Teil der „Liturgie“ und gleichzeitig Stimmungsbarometer war Delays nach jedem Song gestellte Frage „Seid Ihr hier um zu raven?“ Die Antwort des Publikums erhöhte die Dezibelzahl dauerhaft und die Stimmung allemal. Und spätestens als Delay überraschend bereits nach der zweiten Nummer den letzten Song des Abends ankündigte 😀 , war die Stimmung dauerhaft bei 100%. Ein guter Mix aus neuen und alten Songs machte den Abend zu einem musikalisch wie partymäßigen Hochgenuss. Der perfekt abgemischte Sound und professionellstes Lichtdesign unterstützten zusätzlich die musikalische Klasse der Musiker auf der Bühne und bestätigten den Entschluss des kleinen Ausflugs.

So folgten auf „Liebe“ Kultsongs wie „Wacken“, „Oh Johnny“ oder „Sie kann nicht tanzen“ – und auch Songs wie „Action“, „Türlich, türlich“ und na-„türlich“ „Disko“ sorgten enorm für permanente Partystimmung. Gleich mehrere Zugabeblöcke musste Jan Delay  geben, bis – logisch – mit und auf „St. Pauli“ die Lichter auch in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle ausgingen (heute übrigens großer Abschluss in Hamburg – lohnt sich!).

wir mussten einfach – und es hat sich gelohnt!

In Klang gegossenes Gebet

Unscheinbar steht er am Rednerpult. Schlicht, einfach, in sich ruhend. Schon allein das äußere Erscheinungsbild ist für mich beeindruckend: Es hebt sich ab vom sonst üblichen Outfit eines Kongressredners – fast könnte man annehmen, es handele sich um seine Arbeitskleidung. Trachtenhemd, Lederhose, -weste, -mütze. Schwarzes Brillengestell. Schon in sich ein Kunstwerk.

Zuvor als Einstimmung Klänge eines Streichquartetts von Johann Sebastian Bach. Wir sind in Leipzig, der berühmten Bach-Stadt. Passend zu dem, was wir gleich erleben werden.

Durch seine Schlichtheit und Authentizität zieht Martin Schleske 8000 Menschen beim Leitungskongress in seinen Bann, nimmt uns mit hinein in seine Gedanken- und Glaubenswelt.

„Musik ist immer ein in Klang gegossenes Gebet.“

Gespannt lauschen wir seinem Vortrag über die „Heilige Verunsicherung“ in unserem Leben. Was kann man am Beispiel des Geigenbaus lernen für das Leben und den Glauben? Fasziniert höre ich ihm zu, sauge seine Gedanken auf, als wäre ich ein trockener Schwamm, der nur darauf wartet, gewässert zu werden. „Gott hat uns die Musik gegeben, damit wir die Welt ertragen können.“ – sagt Schleske und nimmt uns mit hinein in seine faszinierende, von christlicher Mystik wie philosophischer Weisheit durchdrungenen und dabei reichlich reflektierten Welt des Geigenbaus.

Ich fühle mich ihm gleich verbunden, spiele ich doch selbst seit meinem sechsten Lebensjahr auf einer Mittenwalder Geige (angeblich von Mathias Klotz – stimmt aber wohl leider nicht 😦 ).

Er holt mich ab mit seinen Gedanken vom Werkzeug, mit dem er der Geige und ihrem Resonanzkasten Form und letztlich Klang verleiht. Man kann mit einem abgestumpften Werkzeug immer noch seine Arbeit tun, weil es „schon noch reicht“ (ein oft gehörter Satz aus der Alltagspraxis eines Pastors). Aber: Mit einem abgestumpften Herz zu leben, bedeutet und erfordert ganz viel Kraft (vgl. Prediger 10,10)! Nur mit einem scharfen Eisen kann man eine gute Geige bauen. Ich beginne zu ahnen, was er mir als Pastor und Leiter einer Ortsgemeinde sagen möchte. „Leben bedeutet zu leben und zu gestalten, was Gott uns sagt.“ – Wie scharf oder stumpf ist mein Werkzeug, mit dem ich meine Gaben für Gott einsetze? Wie scharf oder stumpf bin ich selbst= Reicht es noch? Oder ist es geschärft? Bin ich scharf drauf, Gott mit ganzer Hingabe zu dienen?

Entlastend der Gedanke: Es ist nicht die Schuld des Eisens, dass es stumpf wird. Das liegt in der Natur der Sache. Es ist nicht schlimm, wenn wir stumpf werden, ermutigt Schleske mich. Aber es wäre fatal, wenn wir uns nicht schärfen ließen. „Wer sich schärfen lässt, erlebt seine Würde.“

Fasziniert von diesem Erlebnis stelle ich das Mitschreiben ein und sauge jeden seiner Gedanken als Ermutigung in mich auf. Und dann der Höhepunkt: Martin Schleske ergreift gegen Ende eine Geige, sein letztes Opus – drei Tage alt. „Ich spiele kein Musikstück – nur Töne.“ Und diese Töne erlebe ich als leibhaftes in Klang gegossenes Gebet. Einen gefühlten Vorgeschmack von Ewigkeit lang höre ich ihnen zu – und mit mir faszinierte und tief bewegte 7999 andere. Bis dieses Gebet der Töne einfließt in einen Choral, gespielt von einem Quartett bestehend aus Akkordeon, Balalaika, Klarinette und Violine – und dann singt die gesamte Halle erst leise summend dann laut bekennend miteinander „Großer Gott, wir loben Dich!“ – Diese Zeit der Anbetung Gottes im Klang der Worte und Instrumente gehört für mich zum formvollendetsten, und besten aller Plenarveranstaltungen, die ich je bei Willowcreek erleben durfte. Dankbar, dabei gewesen sein zu dürfen.

„Unsere Fragen sollen uns zu Suchenden machen, unsere Visionen zu Hoffenden, unsere Sehnsucht zu Liebenden.“ (Schleske, Klang, 17)

Ich mache mich gerne auf diesen Weg – und nehme meine Geige mit.

Weihnachtszeit – The Manhattan Transfer-Zeit

Eigentlich ist The Manhattan Transfer es Wert, dass man ihre Musik das ganze Jahr rauf und runter hört. Aber – inspiriert durch einen Blogeintrag bei Jan – möchte ich hier gerne auf die für mich herrliche Zeit hinweisen, wenn „The Christmas Album“ von mir wieder für ca. fünf bis sechs Wochen rauf und runter, rauf und runter gehört wird.

Auch ich habe übrigens dann irgendwann doch genug davon. Und auch ich wechsle dann die Stilrichtung: und zwar zum ersten Teil aus Mendelssohns „Christus“. Einfach nur genial, was Mendelssohn hier geleistet hat – und dramatisch, dass dieses Oratorium Fragment geblieben ist.

 

Gott auf der Suche nach uns

Am Sonntag werde ich (im Rahmen von Erntedank und GU-Abschluss) über Glaube und Taufe predigen. Was macht unseren Glauben eigentlich aus? Worauf ist er ausgerichtet? Dabei ist mir aufgefallen, wie inhaltlich nah doch der Song von Marit Larsen an dieser Suche Gottes nach uns, seinen Geliebten, dran ist. Am Schluss heißt es: „Come back! Now! Please! I love you!“ Das könnte Gott auf der Suche nach uns zu jedem sagen.

Eine Übersetzung des Songs findet sich hier.