Da zieht’s einem echt die Schuhe aus…

Die Gemeindefreizeit hat begonnen. Gestern stellten wir die Szene mit dem brennenden Dornbusch nach. Die Leute durften an ein (nicht ganz so gut) brennendes Feuer herantreten. Aus dem Hintergrund war die „Stimme Gottes“ zu hören, die was von „heiligem Boden“ und „Schuhe und Socken ausziehen“ sprach. Pastorenkrankheit: Ich versuchte, „Gott“ zu helfen 🙂 – bin zu den Leuten gegangen und hab‘ ihnen mitgeteilt, dass Gott uns beauftragt und so. Komisch, irgendwie scheint mir, dass ich das schon kenne: Gott ruft, die Leute hören ihn nicht, ich denke, ich muss ihm helfen und tu mein bestes und habe aber wiederum den Eindruck: auch auf mich hören sie nicht. Ist das „Berufung“??? 🙂

In der Runde am Abend haben wir dann aber doch gemerkt, dass das oftmals die Erfahrung ist: Man hört Gottes Stimme und sagt erstmal „Nö!“. Wenn es dann die anderen aber auch machen, tu ich es vielleicht (!) auch.

Fünf aus unserem Kreise wurden übrigens per Briefumschlag dann gestern noch zu Gruppenleitern berufen und hatten eine unruhige Nacht. Heute nun sind die fünf Gruppen unterwegs, um kreativ, musikalisch, handwerklich, theatralisch und video-beamermäßig das Thema Berufung umzusetzen. Heute Abend muss alles fertig sein. Bin schon sehr gespannt drauf.

Die Stimmung ist super. Mal sehen, was unsere Berufenen alles so auf die Beine stellen. Cool ist es…

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Da zieht’s einem die Schuhe aus…

Unter diesem Motto steigt am kommenden Wochenende unsere Gemeindefreizeit in Dorfweil mit etwas über 60 Teilnehmern (inkl. Kids).

Eine spannende Vorbereitungsphase liegt hinter uns, denn beim allerersten Treffen im Januar gingen wir noch von einem Termin im Februar aus – wurden also ins kalte Wasser des Vorbereitungsstresses mit kaum zu bewältigenden Aufgaben geschmissen. Dann die Erlösung: Zwischen Dorfweil und uns gab es Terminmißverständnisse und die Freizeit wurde auf Oktober verlegt. 🙂

Ein halbes Jahr guter Planungen und Ideen folgte und nun – soviel darf verraten werden – fahren wir am Freitag für zwei Nächte in den schönen Taunus, um uns mit Fragen nach unserer Berufung (da kenn ich mich ja hinreichend aus *g*) auseinanderzusetzen.

Die Woche ist kurz genug für solch ein Thema: Was sagt man? Ist dazu nicht irgendwie schon alles gesagt? Wie finden die Leute (auch ohne Gabentest) heraus, wozu Gott sie beruft? Und vor allem: Wie schaffen sie es, zu entdecken, dass JEDE und JEDER von uns eine Berufung Gottes in seinem Leben hat?

Fragen über Fragen: Da zieht’s einem die Schuhe aus… Große Presifrage: Was ist wohl die Textgrundlage? 😉

Ich freue mich auf ein paar schöne Tage in Taunus, bevor ich von dort für weitere schöne Tage gen Trarego reise. expetheo mal wieder ganz in seinem Element!

„Nix wie enunner“ und der Bischof

In der letzten Woche fanden gleich zwei herausragende Ereignisse in Bad Kreuznach statt, die unterschiedlicher nicht sein konnten und doch in eigentümlicher Weise wieder auch irgendwie zusammenpaßten, betrachtet man sie beide nämlich vor dem Hintergrund der Ethik, die sich als Theorieunternehmen mit dem gemeinschaftlichen Handeln und insbesondere mit dessen Gelingen befaßt:

1. Zum einen war da der berühmte Kreuznacher Jahrmarkt, für den manch eingefleischtes „Kreuznacher Gässje“ (so nennt man hier den Eingeborenen schlechthin) Urlaub nimmt, richtig viel Kohle anspart, um diese dann los zu werden, und: von dem das Gässje so begeistert und überzeugt zu sein scheint als DEM größten, was es gibt, dass es für es nichts Größeres gibt – für einen Schwaben in der Diaspora, der mit dem Cannstatter Wasen aufgewachsen ist, freilich ein Witz an und für sich. 🙂

Egal: Meinen Töchtern hat es sichtlich gefallen und auch mir – wenn ich leider auch feststellen mußte, dass der Lärmpegel und die Hitze von über 30°C nicht mehr so ganz mein Fall sind. Aber normalerweise – also, wenn ich keine Kinder im Kleinkindalter hätte – würde ich ja auch erst „nix wie ennuner“ gehen, wenn die Sonne untergegangen ist…

2. Das zweite herausragende Ereignis war dann der Vortrag von Bischof Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber über „Freiheit und Verantwortung – Unternehmerisches Handeln in christlicher Perspektive“. Nach den üblichen Ehrungen (und übrigens vor einem unsäglichen und unerträglichen Schlusswort!) kam dieser vor einem erlesenen und mit Polit- und Wirtschaftsprominenz gut bestückten Publikum schnell zu Wort und und analysierte zunächst die Situation der Wirtschaftskrise derzeit, um dann Verantwortung und Freiheit bzw. „verantwortete Freiheit“ als die oberste Maxime allen wirtschaftsethischen Handelns darzustellen. Harmonie, Disziplin, Zusammenspiel und Demut seien die Schlagworte, mit denen ein vernünftiges Ethikkonzept einherzugehen habe.

Ein einem zweiten Schritt stellte Huber die Frage, was bzw. welche Werte den notwendigen Prozeß des Wandels tragen. Hier insitierte Bischof Huber insbesondere auf die Vorbildfunktion von Personen mit herausragender Verantwortung, sprich: Personen des öffentlichen Lebens wie Manager, Politiker, Führende in Wirtschaftsunternehmen aber auch Kirchen. Eine „klare ethische Grundhaltung gehört zur professionellen Grundausstattung“ dieser Vorbilder, so Huber. Und so sei die Bedeutung der 10 Gebote gerade in dieser Zeit neu hervorzuheben und stark zu machen.

In einem dritten Schritt entfaltete der Vortrag dann den Aspekt des „Vertrauen erneuern“. Vertrauen sei eben abhängig von der Vorbildfunktion der Personen des öffentlichen Lebens und steht und fällt mit dem jeweiligen Ausfüllen dieser Funktion. Der Aufbau von Vertrauen sei dabei wesentlich schwerer als derjenige von Kapital, weshalb Huber – Calvin zitierend – zu seinem Schlussfazit kommt: „Die weitaus klarste Regel ist also die: wir sollen von unserer Freiheit Gebrauch machen, wo es zur Auferbauung unseres Nächsten dienst; wenn es dem Nächsten aber nicht dazu dient, so sollen wir auf sie verzichten!“ (Inst. III, 19,12) – Das ist es, was Bischof Huber unter verantworteter Freiheit letztlich versteht. – Und hier schließt sich der Kreis wieder: Auferbauung des Nächsten durch den Gebrauch eigener Freiheit, das konnte man beim Bischof hören und auf der Pfingstwiese irgendwie auch ein bißchen erleben. 🙂

Schneegestöber

Heute haben wir einen Ausflug zur höchsten Erhebung von Rheinland-Pfalz, dem Erbeskopf, gemacht, um dort Schlitten zu fahren. Das war eine Supergaudi und hat den Mädels sichtlich Spaß gemacht! Die frische Luft, der Wind, der Schnee(-fall) und auch die Aufwärmpause mit heißem Kakao und selbst mitgebrachten Essereien haben sooooo gut getan.

Da macht es uns doch (fast) gar nichts mehr aus, dass morgen in Rheinland-Pfalz kein Feiertag ist. – Dabei hatten wir uns nach so vielen Jahren in Baden-Württemberg schon so an den Dreikönigstag gewöhnt…

Naja, egal – arbeiten wir halt bißle was… 😉