„Selber denken“

Aschermittwoch – Gedanken zur Fastenaktion 2014

Die Fastenzeit hat begonnen. Noch sieben Wochen bis Ostern. Sieben Wochen Zeit für Christen weltweit, sich auf das für sie Wesentliche zu besinnen.

„Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten“ lautet die Fastenaktion 2014 der Evangelischen Kirche. Zum „Selber denken“ werden wir ermuntert. Sich nicht so viel einreden lassen.

Fernsehen, Radio, Internet, soziale Netzwerke usw. versuchen uns immer wieder mit Gewissheiten zu versorgen, die sich bei näherer Betrachtung als Unwahrheiten herausstellen (können). Sorglos setzen wir das Häkchen bei den AGB beim Internetkauf, vertrauen WhatsApp und Facebook unsere Daten an, glauben vermeintlichen kostenlosen Angeboten, die später doch Geld kosten. Nun also sieben Wochen selber Denken! Nachfragen und Neudenken sind gefragt. Aber: Was hat das mit Fasten zu tun?

Der deutsche Begriff „Fasten“ bedeutet ursprünglich „(an etwas) festhalten“, „beobachten“, „bewachen“,„sich (selbst) entscheiden“. Das heißt konkret: Ich entscheide mich selbst. Ich halte daran fest, selber zu denken. Ich verlasse mich nicht (mehr) auf falsche Gewissheiten. Ich benutze meinen eigenen Kopf.

Was für ein „Selbst-Denkertyp“ sind Sie? Die Evangelische Kirche bietet den ultimativen Test an. 😉 Der fragt am Schluss fast schon ironisch, weshalb man den Test überhaupt mitmacht. Mit meinem Ergebnis bin ich ganz zufrieden: „Blind einer Herde hinterher laufen, gefällt Ihnen gar nicht. Vermeintlich unumstößliche Wahrheiten sind für Sie oft nur Meinungen, die sich durchgesetzt haben. Schön, dass Sie so viel überlegen.“ Na gut, denke ich, dann denke ich mal selbst und fest entschlossen weiter. Nur: Worüber? Natürlich: Über das Leben!

Erst vor kurzem haben wir die umstrittenen Olympischen Spiele in Sotchi und die Revolution in der Ukraine erlebt. Auch wir stecken mittendrin in unserer Lebens- und Gesellschaftsgestaltung. Auch bei uns herrschen soziale Not, Kinderarmut, Hilfsbedürftigkeit. Wie denken wir über Ungerechtigkeit, Lüge, Neid, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Parteiungen? Und was tun wir dagegen? Wie kann das Leben geprägt sein von Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Treue, Respekt, Wertschätzung, Achtung, Gerechtigkeit?

Dazu einige Gedanken über den Anlass der Fastenzeit: Das nahende Osterfest. Da lebt einer ein vorbildliches Leben und macht sich damit extrem unbeliebt. Er wird deshalb zum Tode verurteilt, hingerichtet und erleidet einen qualvollen, erniedrigenden und entwürdigenden Tod. Und: Sein Tod bleibt nicht nutzlos. Er ist beispielhaft! Jesus Christus stirbt nicht „für eine gute Sache“. Er stirbt selbstbestimmt, um als lebendiger, auferstandener Gott, der den Tod besiegt hat, wiederzukehren. „Ich lebe – und ihr sollt auch leben!“, sagt Jesus uns. Seit Ostern steht fest: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Und eine Lebensperspektive, die über den Tod hinaus reicht, macht unser Leben lebenswert, sinnvoll – auch und gerade in Notzeiten.

Nach längerem Nachdenken reift in mir jetzt die wahre Gewissheit: Der lebendige Gott gibt meinem Leben Sinn und Perspektive! Das wird meinen Alltag und mein Handeln nachhaltig verändern – hoffentlich! Und ich lasse mir nicht mehr so viel einreden – auch: hoffentlich.

Denken Sie doch mal drüber nach.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.