Gründonnerstag

Der Gründonnerstag war und ist für mich einer der besondersten Tage im Jahr. Das hat kulinarische und theologische Gründe.

Kulinarisch ist es für einen Schwaben ja ein Muss, an Gründonnerstag die sogenannten „Herrgottsbscheißerle“ zu essen. Gemeint sind Maultaschen, die deswegen so genannt werden, weil (angeblich) Mönche Fleisch mit Spinat grün gefärbt haben und es zusätzlich in Nudelteigtaschen verpackten, damit der liebe Gott nicht bemerkt, dass man mitten in der Fastenzeit doch Fleisch ißt. 🙂 Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als unsere Nachbarn Wäschwannen voll Teigfüllung für die Maultaschen gemacht haben, und wie es dann ein regelrechtes Maultaschen-Wettessen gegeben hat. Ich liebe sie, die Maultaschen und esse IMMER an Gründonnerstag welche.

Theologisch ist Gründonnerstag aus zweierlei Gründen wichtig: 1. Wir denken als Christen an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Vermutlich hat er es im Rahmen eines Sederfestes mit seinen Jüngern gefeiert und an den beiden berühmten Stellen (die wir aus den Einsetzungsworten) kennen das Passahmahl und seine Bedeutung auf sich umgedeutet. Aber die Liturgie dieses Abendessens nach der ganz bestimmten Ordnung (hebr. Seder) wird Jesus wohl auch durchgegangen sein. Wir feiern heute Abend ein solches Fest in unserer Gemeinde im festlich geschmückten „Passahraum“ des Ostergartenprojektes von 2011!

2. Christen erinnern sich an Gründonnerstag auch an Jesu Gebet und die gesamte Szene in Gethsemane (ich durfte meine erste Hausarbeit als Theologiestudent über diese Perikope schreiben, aber das ist ein anderes Thema). Jesus geht mit drei seiner Jünger in den Garten, um zu beten und Gott zu bitten, falls möglich, diesen Kelch der ihm bevorstehenden Passion an ihm vorübergehen zu lassen. Beeindruckend ist wiederum zweierlei: Einmal betont Jesus, dass ihm der Wille Gottes wichtiger ist als sein eigener (und darin lernt er Gehorsam, sich unter den Willen Gottes zu stellen), und zum anderen ruft er die eingeschlafenen Jünger zur Wachsamkeit auf (Wachet und betet – könnt Ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?). Beides können wir also von Jesus lernen: Gehorsam und die Fügung unter den guten Willen Gottes – und Wachsamkeit, d.h. bewußt mit den Dingen meines Lebens umzugehen und aufmerksam zu bleiben.

Ich freue mich über diesen Tag und die vielen guten Möglichkeiten, mich an das, was Gott für uns getan hat, zu erinnern – auch wenn ich ihn beim Mittagessen mal kurz … na, Ihr wißt schon. 🙂

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