Achtung, Rumpelstilzchen im Anmarsch

In ihrer aktuellen Ausgabe 10/2008 vom 17.9.2008 veröffentlicht die durchaus hilfreiche Zeitschrift ELTERN mittels ihrer Autorin Nora Imlau unter dem Titel „Gefühlschaos und Wutausbrüche – Kinder zwischen eineinhalb und fünf haben’s manchmal ganz schön schwer. Ihre Eltern aber auch. Hier die interessantesten Infos und Survival-Tipps für die Trotzphase“ interessante Hinweise (nicht nur) zum Umgang mit gefühlschaotisierten und wutausbruchgezeichneten Kindern. „Nicht nur“ deshalb, weil Phänomene im Bereich der Interaktion von Kirchenleitenden untereinander leider teilweise eine ähnliche Dynamik annehmen können… 😉 – Einige Zitate zur Veranschaulichung:

„Es gibt Forschungsergebnisse, für die man Forscher einfach lieben muss. Zum Beispiel, wenn einem als Mutter eines 18 Monate alten Sohnes beim Wickeln – zack! – die Cremedose um die Ohren fliegt. Und das auf dem Höhepnkt eines Mega-Wutanfalls mit hochrotem Kopf, Geschrei, Beißen, Schlagen und allem Drum und Dran.“ – „Mit Kindern zwischen anderthalb und viereinhalb steht Familien eine explosive Zeit bevor: So aggressiv wie jetzt ist der Mensch nie wieder im Leben, nicht mal in der weit gefürchteteren Pubertät. Eltern können sich zwar damit trösten, nichts dafür zu können – aber wirklich etwas ausrichten gegen diese Naturgewalt können sie nicht.“

Zwischenhinweis: Die moderne Entwicklungspsychologie hat für diesen Fall eine neue Bezeichnung durchgesetzt: Statt „Trotzphase“ nun „Autonomiephase“. Und weiter im Text: „Das heißt: Selbstständigkeitsalter – die Zeit, in der die Kleinen selbstständig sein wollen und frustriert sind, wenn sie damit anecken.“

„Hilfe statt Härte – Wie man damit am besten umgeht? Wenn Eltern die Tobsuchtsanfälle ihres Kindes als das verstehen, was sie sind – unkontrollierbarer Frust auf dem Weg zur selbständigen Persönlichkeit -, ist schon viel gewonnen. … Hier [geht es] darum, einem Kind, das selbst von der Heftigkeit seiner Gefühle völlig überfordert ist, aus seinem Tief herauszuhelfen.“

„Die Wut in den Griff bekommen – Wichtigste Botschaft dabei: Alle Gefühle sind erlaubt – aber nicht jedes Verhalten. Denn: Auch die kindliche Freiheit endet da, wo die Grenze eines anderen Menschen anfängt. … Job der Eltern ist es also, ihnen beizubringen, wie man mit heftigen Gefühlsausbrüchen sozialverträglich umgeht“.

„Und wenn die Rumpelstilzchen-Szene schon in vollem Gang ist? Dann hilft nichts anderes als ruhig bleiben. Trost anbieten, aber nicht aufdrängen. Abwarten. … Aber bei allem Bemühen um Verständlichkeit – Eltern, die bei einem Rumpelstilzchenanfall … mal ausflippen, sollten nicht zu streng mit sich selbst sein. Ein ‚Schluss jetzt mit dem Theater!‘ ist pädagogisch gesehen vielleicht nicht preiswürdig – aber zutiefst menschlich. Durch so einen Anschnauzer muss ein Kind in der Autonomiephase eben auch durch.“

Und ein Presbyter vielleicht auch… Wie tröstlich…

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