das heilende geschieht in der nacht

Das Heilende
geschieht in der Nacht.
Die Anfänge einer Wandlung,
die in uns geschehen soll,
geschehen in der Stille.
Die Anfänge, in denen das Ewige
Gestalt finden will in der Zeit,
geschehen in der Verborgenheit.

Alle Jahre wieder
hören wir die alte Geschichte,
die davon erzählt.
Von einem Anfang erzählt sie,
von einer Geburt.
Von einer Mutter und einem Kind.
Von Tieren und Hirten und Engeln,
Sie erzählt:
Da setzte einer einen Anfang,
wo unsere Wege enden.

Da wirkte einer eine Wandlung,
wo wir an das Gewordene
gebunden bleiben.
Ein Mensch, der liebte.
Auf eigene Gefahr.
Wir feiern seine Geburt
und wünschen uns,
dass wir ihm ähnlicher werden
und so seine Geburt, sein Anfang,
auch in uns geschieht.

Jörg Zink

freundschaft

In den letzten Wochen habe ich mir mal wieder verstärkt Gedanken über das Thema Freundschaft gemacht.

Was ist ein Freund, wer sind meine Freunde – was unterscheidet eine wirkliche Freundschaft von dem, was der Mainstream unter Freundschaft versteht? Und: gibt es das wirklich: Wahre Freundschaft?

Ich erlebe es als Pastor, dass Leute mich anderen als ihren Freund vorstellen. Manchmal aber ist es so, dass ich nicht sofort und unbedingt von Freundschaft reden würde. Dafür gehört für mich einfach mehr dazu.

Kürzlich musste ich die Erfahrung machen, wie Freunde unterschiedlicher Netzwerke mir zum Geburtstag gratulierten. Die einen – die über das Thema Freundschaft niemals reden würden, sondern es einfach leben – schrieben einen langen Brief, der mich bis heute nachhaltig berührt. Von einem anderen Netzwerk kam dagegen nicht einmal eine Karte. Nicht, dass ich das erwarten würde, dazu bin ich vermutlich mittlerweile alt und erfahren genug, dass Erwartungen in Beziehungen (noch dazu unausgesprochene) niemals fruchten. Aber es ist doch ein Signal, wenn auch ein unbewußtes derer, die eben nichts schreiben, sagen, bekunden – aber dann trotzdem von Freundschaft sprechen…

Am Geld scheiden sich die Geister – auch hier mache ich immer wieder die Erfahrung: Diejenigen, die mir lautstark bekunden, dass sie mit mir befreundet sind, mich, meine Familie, meinen Dienst unterstützen, können im gleichen Atemzug auch das Geld aus der Tasche ziehen. In solchen Lebensphasen merkt man sehr schnell und genau, wer die “wahren” Freunde sind.

Es sind die, bei denen ich der sein darf, der ich bin. Es sind die, die zuhören können, mich verstehen – ohne groß Worte zu machen. Es sind die, die mit mir oder für mich weinen können, wenn es mir schlecht geht. Es sind die, die herzhaft mit mir lachen, wenn es was zum Freuen und zum Feiern gibt. Und es sind eben auch die, die immer wieder mal im Jahr (ein-, zweimal) ein kleines liebes Signal aussenden: Hey, es ist toll, dass es Dich gibt, es ist schön, dass Du da bist.

Ja: Wahre Freundschaft gibt es wirklich – und mit den Jahren merkt man, wer zum Kreis der Freunde wirklich gehört.

Freundschaft

Freundschaft kann sich bloß praktisch
erzeugen, praktisch Dauer gewinnen.
Neigung, ja sogar Liebe hilft alles nichts
zur Freundschaft.
Die wahre, die tätige,
die produktive besteht darin,
dass wir gleichen Schritt im Leben halten,
dass er meine Zwecke billigt,
ich die seinigen und dass wir
so unverrückt zusammen fortgehen,
wie auch sonst die Differenzen unserer
Denk- und Lebensweise sein mögen.

Johann Wolfgang von Goethe

P.S.: Das erlebe ich auch – aber zum Glück nicht nur – und immer mehr in unserer Gemeindeleitung. – Toll, solche Leute an der Seite zu haben! :-)

erschreckend, dekadent, unglaublich

Heute morgen fand ich folgende Berichte auf der Titelseite der Allgemeinen Zeitung und fand es wieder mal erschreckend, dekadent und unglaublich (die AZ kann ja nichts dafür…):

Nullrunde für Renter; überhöhte Spritpreise; eine Bundesregierung macht Rekordschulden – und Ackermann kassiert schlappe 10 Mio. EUR… Wann wird unsere Gesellschaft endlich nicht mehr von solcher Widersprüchlichkeit heimgesucht?

Neugeburt

Sag nicht die Kerzen seien’s die die Stuben wärmen
sag nicht die lila Kugeln und das Engelshaar
die Wärme dieser Nacht die kommt von innen
und wo sie fehlt friert man das ganze Jahr

Ein altes Lied aus frühen Tagen weht etwas her
was die Nacht erhellt und jenen Traum aus Kindertagen
den suchst du auf der Reise um die Welt

an jener Krippe bist du ihm begegnet
dem Kind in dir
dem reinen Sein dem hellen Klang
sind’s auch der Kreuze viel gewesen
die standen deinen Weg entlang
das Licht gebiert sich jährlich neu
aus tiefster Nacht
und wenn’s dein Herz erwärmt
ist’s Kind in dir erwacht

Vera Lebert-Hinze

GU-Abschluss

Unser Gemeindeleben ist in den kommenden Wochen von drei Großereignissen geprägt, die es alle in sich haben – finde ich zumindest: Gemeindeunterrichts-Abschluss, Gemeindefreizeit und unsere Gemeindeleitungs-Wahlen

1. Verabschiedung aus dem Gemeindeunterricht am 4. Oktober 2009

Da ist zum einen der GU-Abschluss. Manche ein GUler hat ihne lange herbei gesehnt, andere haben sich um die aktive Teilnahme gedrückt, wieder andere haben durch Abwesenheit geglänzt, und einige wenige haben sich immer beteiligt und toll mit gemacht. Einige der Eltern verwechseln das anstehende Ereignis mit einer Konfirmation und heizen damit – ohne es vermutlich zu wollen – die Verkirchlichung unserer Kirche (schönes Wort) an!

Zu unserem GU-Abschluss-Erntedank-Gottesdienst (Leute! Wir fahren die Ernte ein! Bloß welche?? :-) ) erwarten wir deshalb an die 80 Personen als Gäste und Besucher der GU-Kinder-Familien. Das wünschte ich mir mal zu unseren Taufgottesdiensten. Überhaupt finde ich es eine Schande, dass teilweise gerade diejenigen am meisten zu feiern scheinen, die am wenigsten Grund zur Veranlassung dafür gaben (zumindest im GU!)… Ich bin mittlerweile zu einem echten Befürworter dessen avanciert, dass gerade wir Baptisten die Tauffeste in einer solchen Größenordnung feiern sollten. Gerade die Eltern tragen hier besondere Verantwortung, ihren Kindern die Bedeutungsunterschiede von Gemeindeunterricht und Taufe nahezubringen, damit ein GU-Abschluss eben gar nicht erst wie eine Konfirmation begangen wird. Andererseits: Zu befürchten wäre dann aber unter Umständen einen “Tauftrend”, wenn die lieben Kleinen mitbekommen, dass sie zur Taufe die Kohle bekommen. Das will ich ja nun auch nicht.

Was also? Ich werde es nutzen, werde meinen Hirtenstab auf Hochglanz polieren und am 4. Oktober 2009 vor vollem Haus ein Feuerwerk der Evangelisation und persönlichen Herausforderung mit jeder Menge Ansprache abfeuern (OneNote-User können es dann gerne bewerten ;-) ).

Und zu den anderen beiden Themen dann die Tage mehr…

tbc