In den letzten Wochen habe ich mir mal wieder verstärkt Gedanken über das Thema Freundschaft gemacht.
Was ist ein Freund, wer sind meine Freunde – was unterscheidet eine wirkliche Freundschaft von dem, was der Mainstream unter Freundschaft versteht? Und: gibt es das wirklich: Wahre Freundschaft?
Ich erlebe es als Pastor, dass Leute mich anderen als ihren Freund vorstellen. Manchmal aber ist es so, dass ich nicht sofort und unbedingt von Freundschaft reden würde. Dafür gehört für mich einfach mehr dazu.
Kürzlich musste ich die Erfahrung machen, wie Freunde unterschiedlicher Netzwerke mir zum Geburtstag gratulierten. Die einen – die über das Thema Freundschaft niemals reden würden, sondern es einfach leben – schrieben einen langen Brief, der mich bis heute nachhaltig berührt. Von einem anderen Netzwerk kam dagegen nicht einmal eine Karte. Nicht, dass ich das erwarten würde, dazu bin ich vermutlich mittlerweile alt und erfahren genug, dass Erwartungen in Beziehungen (noch dazu unausgesprochene) niemals fruchten. Aber es ist doch ein Signal, wenn auch ein unbewußtes derer, die eben nichts schreiben, sagen, bekunden – aber dann trotzdem von Freundschaft sprechen…
Am Geld scheiden sich die Geister – auch hier mache ich immer wieder die Erfahrung: Diejenigen, die mir lautstark bekunden, dass sie mit mir befreundet sind, mich, meine Familie, meinen Dienst unterstützen, können im gleichen Atemzug auch das Geld aus der Tasche ziehen. In solchen Lebensphasen merkt man sehr schnell und genau, wer die “wahren” Freunde sind.
Es sind die, bei denen ich der sein darf, der ich bin. Es sind die, die zuhören können, mich verstehen – ohne groß Worte zu machen. Es sind die, die mit mir oder für mich weinen können, wenn es mir schlecht geht. Es sind die, die herzhaft mit mir lachen, wenn es was zum Freuen und zum Feiern gibt. Und es sind eben auch die, die immer wieder mal im Jahr (ein-, zweimal) ein kleines liebes Signal aussenden: Hey, es ist toll, dass es Dich gibt, es ist schön, dass Du da bist.
Ja: Wahre Freundschaft gibt es wirklich – und mit den Jahren merkt man, wer zum Kreis der Freunde wirklich gehört.