Ruhig ist es geworden in den letzten Monaten – zumindest was das Bloggen angeht… Ansonsten war das Leben alles andere als ruhig, so kommt es mir vor. Aber heute, am Hl. Abend, merke ich, wie die Seele doch zur Ruhe kommt, und ich mich besinnen kann auf das, was sich ereignet hat – damals, im Stall von Bethlehem.
In diesem Jahr bewegen mich Gedanken über die Krippe – und das wird auch das Thema meiner Predigt im Rahmen unserer Christvesper sein. Die Krippe spielt besonders im Lukasevangelium eine besondere Rolle. Vermutlich spielt Lukas damit auf Jesaja 1,3 an – selbst Ochs und Esel begreifen besser, was es mit der Krippe und ihrem Inhalt auf sich hat – aber das Volk Gottes (und zu dem gehören ja auch alle Christen) begreift nix! So habe ich mich aufgemacht, begreifen zu wollen, was das Besondere daran ist, dass Gott zu seiner Geburt in eine Krippe gelegt wird.
Für Ochs und Esel ist es also klar: In der Krippe, da liegt das Futter für sie bereit. Sie müssen nur hinkommen und es sich holen.
Für uns Menschen sollte an diesem Bild klar werden: In der Krippe, da liegt unser Seelenfutter bereit – die Speise, die uns wirklich satt machen kann. Wir haben doch eigentlich alles, und doch schenken wir uns jedes Jahr noch mehr. Und trotz allem erleben wir das Gefühl von Mangel. Irgendetwas fehlt. Und das, was da fehlt, das finden wir zu Weihnachten in der Krippe – Futter für unsere Seele – Speise, die satt macht, Brot des Lebens für uns, der Kelch des Heils – all das liegt an Weihnachten in der Krippe für uns bereit.
Weihnachten wird deshalb nur dann unterm Baum entschieden, wenn dort die Krippe zu finden ist – ansonsten nicht! Denn in der Krippe liegt das größte Wunder der Weltgeschichte. Gott wird Mensch, wird klein. Beginnt ein Leben, wie wir es führen. Und er lebt uns dabei vor, wie wirkliches, echtes Leben aussehen kann. Nicht unbedingt leicht, aber lebenswert und sinnvoll. Und ganz nebenbei erlöst Gott die Welt auf diese Weise von ihrer Gottlosigkeit. An Weihnachten kommen Funken dieser Göttlichkeit in jedes Zimmer, in dem eine Krippe steht. Hoffe ich zumindest – für mich, und für jede/n die/der dies liest.
Gesegnete Weihnachten!