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Viel passiert

Es ist viel passiert und irgendwie scheint die Zeit zu kurz, alles zu dokumentieren, die Prioritäten richtig zu setzen (ein Blog zu schreiben, ist plötzlich zu zeitaufwändig)…

Der Herbst ist heiß – zu heiß, wenn man vom Wetter mal absieht. Ich genieße es, dass heute endlich mal wieder die Sonne zu sehen ist, bzw. zu sehen war. Gerade ist nämlich meteorologisch gesehen Sonnenuntergang und es dämmert bereits. Aber das Wetter ist freundlich, was man von dem Erlebten nicht unbedingt immer sagen kann.

Zum einen ist da das Erlebnis, plötzlich (und scheinbar mit aller Welt gemeinsam) krank zu sein – ein Zustand, den ich seit Jahren in dieser Form nicht mehr erlebt habe. Seit Wochen laboriere ich mit einem Husten und seinen Begleiterscheinungen herum und werde ihn einfach nicht los. Dauerdruck in den Ohren inkl. Tinnitus gehört ja schon irgendwie zum Leben dazu…

Dann war die nicht ganz glatt abgelaufene Wahl unserer Gemeindeleitung. Das hat echt Nerven und Kraft gekostet. Jetzt läuft (fast) alles wieder seinen gewohnten Gang – fast, denn da war für ein paar wenige einiges Federnlassen notwendig – unerwartet und schmerzvoll, emotional belastend und nachhaltig das Gemeindeleben beeinflussend (für andere war es übrigens nur eine ganz normale Wahl). Ich frage mich, wie man einen Prozess als „geistlich“ einstufen kann, wenn nur gut 20 % einer Gesamtgemeinde sich gegen eine Person aussprechen, weil sie zufällig (oder eben: geistlich gewirkt?) gerade mal etwas mehr als ein Drittel der sich an der Wahl beteiligenden ausmachen und somit einen Kandidaten aus seinem Amt hebeln, der eben dadurch knapp an der Zweidrittel-Hürde gescheitert ist. Wirkt so der Geist Gottes?

Da ist der Beschluss von ein paar wenigen, die beschließen, ein geniales Missionsprojekt um ein Jahr zu verschieben, weil die zeit zu knapp wird, alles vorzubereiten. Dabei weiß doch jeder: Unter Druck läßt sich bekanntlich am besten und effizientesten arbeiten; und: würden alle gemeinsam anpacken, wäre das der Schlüssel zu einem erfolgreichen Missionsprojekt.

Als Pastor gehe ich relativ ernüchtert in die Adventszeit. Habe mir gerade noch meine Gedanken übers Weltgericht und die Ewigkeit gemacht – ja, am kommenden Sonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr (schon wieder!), und da machen wir uns von jeher Gedanken darüber „dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Ps 90,12). Klug werden, ein weises Herz bekommen – wie gesagt: ernüchtert gehe ich in die Adventszeit und bin gespannt, wann die Gemeinde, die ein absolutes Potenzial zum Wachstum hat, das endlich auch so sieht und loslegt.

Krieger des Lichts

Harte Arbeitswoche

Eine harte Arbeitswoche hat begonnen, weil ich in der näcshten Woche wieder mal unterwegs bin auf Studientagung und mich in Dorfweil u.a. über das Thema Gemeindeaufbau von Prof. Härle aufklären lassen werde. Zuvor aber gilt es (anläßlich der bevorstehenden Gemeindeleitungswahl) eine Predigt zum Thema „Älteste und Diakone“ zu schreiben, einen „baptistisch fundierten“ Artikel (was auch immer das sein mag) ausgerechnet über das „Gericht Gottes“ zu verfassen (wieso hab ich mir das bloß augehalst???), den Gemeindebrief und die Agenda zu erstellen, Gespräche, Termine, Treffen durchzuführen – und das alles mitten im ganz normalen Familienalltagswahnsinn, der sich rund um und auch teilweise in meinem Büro abspielt…

Na dann: Ran!

Eine Summe

Wie mit den Lebenszeiten, so ist es auch mit den Tagen.

Keiner ist ganz schön, und jeder hat, wo nicht seine Plage,

so doch seine Unvollkommenheit.

Aber rechne sie zusammen, so kommt eine Summe

Freude und Leben heraus.

Friedrich Hölderlin

Die Gemeindefreizeit hat begonnen. Gestern stellten wir die Szene mit dem brennenden Dornbusch nach. Die Leute durften an ein (nicht ganz so gut) brennendes Feuer herantreten. Aus dem Hintergrund war die „Stimme Gottes“ zu hören, die was von „heiligem Boden“ und „Schuhe und Socken ausziehen“ sprach. Pastorenkrankheit: Ich versuchte, „Gott“ zu helfen :-) – bin zu den Leuten gegangen und hab’ ihnen mitgeteilt, dass Gott uns beauftragt und so. Komisch, irgendwie scheint mir, dass ich das schon kenne: Gott ruft, die Leute hören ihn nicht, ich denke, ich muss ihm helfen und tu mein bestes und habe aber wiederum den Eindruck: auch auf mich hören sie nicht. Ist das „Berufung“??? :-)

In der Runde am Abend haben wir dann aber doch gemerkt, dass das oftmals die Erfahrung ist: Man hört Gottes Stimme und sagt erstmal „Nö!“. Wenn es dann die anderen aber auch machen, tu ich es vielleicht (!) auch.

Fünf aus unserem Kreise wurden übrigens per Briefumschlag dann gestern noch zu Gruppenleitern berufen und hatten eine unruhige Nacht. Heute nun sind die fünf Gruppen unterwegs, um kreativ, musikalisch, handwerklich, theatralisch und video-beamermäßig das Thema Berufung umzusetzen. Heute Abend muss alles fertig sein. Bin schon sehr gespannt drauf.

Die Stimmung ist super. Mal sehen, was unsere Berufenen alles so auf die Beine stellen. Cool ist es…

Da zieht’s einem die Schuhe aus…

Unter diesem Motto steigt am kommenden Wochenende unsere Gemeindefreizeit in Dorfweil mit etwas über 60 Teilnehmern (inkl. Kids).

Eine spannende Vorbereitungsphase liegt hinter uns, denn beim allerersten Treffen im Januar gingen wir noch von einem Termin im Februar aus – wurden also ins kalte Wasser des Vorbereitungsstresses mit kaum zu bewältigenden Aufgaben geschmissen. Dann die Erlösung: Zwischen Dorfweil und uns gab es Terminmißverständnisse und die Freizeit wurde auf Oktober verlegt. :-)

Ein halbes Jahr guter Planungen und Ideen folgte und nun – soviel darf verraten werden – fahren wir am Freitag für zwei Nächte in den schönen Taunus, um uns mit Fragen nach unserer Berufung (da kenn ich mich ja hinreichend aus *g*) auseinanderzusetzen.

Die Woche ist kurz genug für solch ein Thema: Was sagt man? Ist dazu nicht irgendwie schon alles gesagt? Wie finden die Leute (auch ohne Gabentest) heraus, wozu Gott sie beruft? Und vor allem: Wie schaffen sie es, zu entdecken, dass JEDE und JEDER von uns eine Berufung Gottes in seinem Leben hat?

Fragen über Fragen: Da zieht’s einem die Schuhe aus… Große Presifrage: Was ist wohl die Textgrundlage? ;-)

Ich freue mich auf ein paar schöne Tage in Taunus, bevor ich von dort für weitere schöne Tage gen Trarego reise. expetheo mal wieder ganz in seinem Element!

Tag der deutschen Einheit

Lieber Gott und Herr!
Setze dem Überfluss Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung.  Schenke uns und unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.  Bessere jene Beamte, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind, und lasse die, die rechtschaffen sind, auch Recht schaffen. Sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen, aber wenn du es willst, noch nicht gleich.
(Gebet eines Pfarrers aus dem Jahre 1864)

Gott auf der Suche nach uns

Am Sonntag werde ich (im Rahmen von Erntedank und GU-Abschluss) über Glaube und Taufe predigen. Was macht unseren Glauben eigentlich aus? Worauf ist er ausgerichtet? Dabei ist mir aufgefallen, wie inhaltlich nah doch der Song von Marit Larsen an dieser Suche Gottes nach uns, seinen Geliebten, dran ist. Am Schluss heißt es: „Come back! Now! Please! I love you!“ Das könnte Gott auf der Suche nach uns zu jedem sagen.

Eine Übersetzung des Songs findet sich hier.

GU-Abschluss

Unser Gemeindeleben ist in den kommenden Wochen von drei Großereignissen geprägt, die es alle in sich haben – finde ich zumindest: Gemeindeunterrichts-Abschluss, Gemeindefreizeit und unsere Gemeindeleitungs-Wahlen

1. Verabschiedung aus dem Gemeindeunterricht am 4. Oktober 2009

Da ist zum einen der GU-Abschluss. Manche ein GUler hat ihne lange herbei gesehnt, andere haben sich um die aktive Teilnahme gedrückt, wieder andere haben durch Abwesenheit geglänzt, und einige wenige haben sich immer beteiligt und toll mit gemacht. Einige der Eltern verwechseln das anstehende Ereignis mit einer Konfirmation und heizen damit – ohne es vermutlich zu wollen – die Verkirchlichung unserer Kirche (schönes Wort) an!

Zu unserem GU-Abschluss-Erntedank-Gottesdienst (Leute! Wir fahren die Ernte ein! Bloß welche?? :-) ) erwarten wir deshalb an die 80 Personen als Gäste und Besucher der GU-Kinder-Familien. Das wünschte ich mir mal zu unseren Taufgottesdiensten. Überhaupt finde ich es eine Schande, dass teilweise gerade diejenigen am meisten zu feiern scheinen, die am wenigsten Grund zur Veranlassung dafür gaben (zumindest im GU!)… Ich bin mittlerweile zu einem echten Befürworter dessen avanciert, dass gerade wir Baptisten die Tauffeste in einer solchen Größenordnung feiern sollten. Gerade die Eltern tragen hier besondere Verantwortung, ihren Kindern die Bedeutungsunterschiede von Gemeindeunterricht und Taufe nahezubringen, damit ein GU-Abschluss eben gar nicht erst wie eine Konfirmation begangen wird. Andererseits: Zu befürchten wäre dann aber unter Umständen einen „Tauftrend“, wenn die lieben Kleinen mitbekommen, dass sie zur Taufe die Kohle bekommen. Das will ich ja nun auch nicht.

Was also? Ich werde es nutzen, werde meinen Hirtenstab auf Hochglanz polieren und am 4. Oktober 2009 vor vollem Haus ein Feuerwerk der Evangelisation und persönlichen Herausforderung mit jeder Menge Ansprache abfeuern (OneNote-User können es dann gerne bewerten ;-) ).

Und zu den anderen beiden Themen dann die Tage mehr…

tbc

Arbeitsmensch

Die Kirmes in Winzenheim ist nun endlich auch vorbei und alles im Dorf beginnt wieder seinen normalen Gang zu gehen. Erst gestern waren Marielle, Anneli und ich noch zusammen ein letztes Mal zum Karrussel- und Autoscooter-Fahren, was aufgrund der vielen gespendeten Freifahrten ein großer Spaß für die Kinder war.

Heute Morgen auf dem Weg zum Kindergarten stellten wir dann fest, dass die komplette Autoscooter-Anlage bereits abgebaut und wegtransportiert war. Dies veranlaßte Anneli zu folgendem Hinweis:

Anneli: „Gell, Papa, wenn Du ein Arbeitsmensch wärst, dann müßtest Du die ganze Nacht den Autoscooter abbauen helfen!“

Ich konnte mir zunächst ein inneres Grinsen nicht verkneifen, machte mir dann aber doch so meine Gedanken. Bin ich nun etwa kein „Arbeitsmensch“? Manchmal komme ich mir nicht nur als solcher, sondern als Workaholic vor – stolz macht mich das freilich nicht. Auch wenn ich keine Autoscooter auf- und abbauen muß und vermutlich nie werde, ich kam schlußendlich zu dem Ergebnis: Kindermund tut erfrischend Wahrheit kund. Deshalb: Ran an die Arbeit, oder wie immer man das bezeichnen kann, was ich so den lieben langen Tag tue… :-)

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